Biennale Lectures

Begleitend zu den Vorbereitungen des österreichischen Beitrags im Rahmen der Biennale Arte 2019 finden in Kooperation mit der Akademie der bildenden Künste Wien die Biennale Lectures statt. Ziel der von Felicitas Thun-Hohenstein und Andreas Spiegl kuratierten Veranstaltungsreihe ist, die Biennale selbst als kulturpolitisch gleichermaßen bedeutsame wie umstrittene Ausstellungsinstitution in Form von Vorträgen von Wissenschaftler*innen und Künstler*innen zu erörtern und zur Diskussion zu stellen.

Mit dem österreichischen Ausstellungsbeitrag zur Biennale Arte 2019 sind implizit drei kunst- und kulturpolitische Fragen verbunden.
Diesen ist jeweils eine Biennale Lecture gewidmet.

1. Kunst und die künstlichen Grenzen nationaler Kulturbegriffe

Die Ausstellungspavillons einzelner Nationen vermitteln zugleich die internationale Ausrichtung der Biennale und die Aufteilung in je nationale Repräsentationen von Kunst. Die aktuelle Rückkehr nationalistisch geprägter Kulturpolitiken rückt die Geschichte der nationalen Differenzierungen, die sich historisch in der Errichtung der Länderpavillons der Biennale manifestiert haben, wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Wie und wo verlaufen die Grenzen zwischen zeitgenössischen Kunstbegriffen und den Vorstellungen nationaler Kulturen? Was unterscheidet universalistische oder kosmopolitische von „inter-nationalen“ Perspektiven und demokratische Kulturbegriffe von der Konstruktion nationaler Kulturen?

22. November 2018, 18.30—22.00 Uhr
(Pause mit Imbiss)
Planetarium Wien
Oswald-Thomas-Platz 1, 1020 Wien

Beatriz Colomina »Pavilion Fever«
Ruth Wodak »Wir und die Anderen: Zur Konstruktion nationaler Identitäten«
Catherine David »TBA«

Moderation: Andreas Spiegl
Künstlerische Intervention: Jakob Lena Knebl

2. Politik des Temporären

Mit dem Rhythmus von Biennalen und der begrenzten Dauer von Ausstellungen ist unmittelbar eine Politik des Temporären verbunden. Die Fragen und Themenstellungen von Ausstellungen gehen aber notwendig über die zeitlichen Grenzen der vorübergehenden Präsentation hinaus. Welche Grenzen markieren die Zeiträume von Ausstellungen im Verhältnis zu den Zeitbegriffen, die in den künstlerischen Werken und Praktiken zum Ausdruck kommen? Wie heterogen und heterochronisch sind deren Temporalitäten?

31. Januar 2019, 18.30 Uhr
Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste Wien, Lehargasse 8, 1060 Wien

Ute Meta Bauer
Maria Hlavajova
Dana Whabira


3. Ästhetik des Riskanten

Die Geschichte feministischer Kunst ist untrennbar mit einer Ästhetik des Riskanten verbunden. Die Kritik an herrschenden Rollenbildern war und ist zugleich eine Praxis, die Rolle normativer gesellschaftlicher Vorstellungen herauszufordern und zu durchbrechen. Was feministische Kunst und Kritik auszeichnet, ist die Bereitschaft, den Mitteln und Zielen der entsprechenden Kritik selbst immer wieder kritisch zu begegnen und zu riskieren, sich gegen Normierungstendenzen in der eigenen Begrifflichkeit zu stellen. Wie verhalten sich der gesellschaftspolitische Einspruch und das Risiko zu widersprechen zu den Divergenzen und Differenzen, die mit der Geschichte feministischer Kunst und Kritik verbunden sind?

8. März 2019, 18.30 Uhr
Schauspielhaus, Porzellangasse 19, 1090 Wien

Femen
Esther Hutfless & Elisabeth Schäfer
Amelia Jones

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